31. Dezember 2014

Rezension vom Roman "Hinter den Spiegeln - Das Wiener Vermächtnis"

Ich bin eigentlich kein so großer Fan von historischen Romanen, aber als ich die Beschreibung vom Roman "Hinter den Spiegeln - Das Wiener Vermächtnis" las, weckte sie mein Interesse.
Und tatsächlich hatte ich Glück und durfte über "Blogg dein Buch" den Roman kostenlos lesen. 
 
 
 

Das Leben in den Königshäusern

 
Der Roman aus dem Mira Taschenbuch Verlag handelt von der österreichischen Monarchie und spielt im Jahre 1895.
Auf 464 Seiten beschreibt die Autorin Ulrike Schweikert das Leben von der jungen Komtess von Waldenberg. 
 
Man wird sofort in die Geschichte hineingerissen und fühlt mit Luise mit, die aus dem Koma nach einem schweren Unfall erwacht und sich an nichts mehr erinnern kann - noch nicht einmal, wer sie ist.

 
Sie spürt sofort die Kälte des großen, prunkvollen Königspalastes, in denen der Adel nur nebeneinander herlebt und in Langeweile versinkt.
Natürlich möchte Luise herausfinden, wie es zu dem Unfall kam, doch sie stößt auf eine Mauer des Schweigens und der Lügen.
Der einzige Ort, an dem sie sich heimisch fühlt ist die Bäckerstube von Stephan und seiner Familie, zu dem sie sich hingezogen fühlt.
 
Aber auch der Fürst von Thernitz, der vor dem Unfall mit Luise verlobt war, spielt eine Rolle. Genauso wie das große Erbe, das Luise von ihrem Vater als alleinige Erbin - nachdem ihr Bruder bei dem Unfall ums Leben kam - erhalten wird.
 
 
 

Nicht so meins

 
Irgendwie wusste ich schon immer, dass ich nicht in einem Königshaus leben möchte und als ich über die vielen Intrigen, Lügen und Sitten las, wurde mir ganz anders. Sicherlich ist es heutzutage nicht mehr ganz so streng, dennoch ziehe ich mein Leben vor.
Luise wurde immer wieder eingebläut, niemals ohne ihre Zofe das Haus zu verlassen und in jeder Situation mit Ruhe und Gelassenheit zu reagieren. Sie musste jederzeit von Kopf bis Fuß perfekt gestylt sein.
 
Die Umgebung des Königspalastes mit seinen Pratern wird von der Autorin ausführlich beschrieben und auch alle weiteren Situationen, so dass ich mich gut in die Geschichte hinein versetzen konnte.
 
Dennoch wollte der Funke irgendwie nicht überspringen. Teilweise musste ich mich schon etwas zwingen die vielen Seiten weiterzulesen.
Erst auf den letzten 40 Seiten kam tatsächlich etwas Spannung auf, als Luise entführt wurde und herauskam, wer den Anschlag auf Luise geplant und durchgeführt hatte.
 
 
Am Anfang und Ende des Buches wird ein Ausblick in das Jahr 1916 gegeben, so dass man weiß, wie Luise 21 Jahre später lebt. 

Insgesamt betrachtet konnte mich der Roman leider nicht fesseln, da es in dem Roman fast keine Spannung und Liebe gibt und lediglich das Leben von Luise erzählt wird.